The7Sins
TAVERNE
Das Archiv der Unwirklichkeiten
Man sagt, das The7Sins sei auf uraltem Land erbaut, doch das ist nur die halbe Wahrheit. Es wurde auf den Ruinen jener kollektiven Träume errichtet, die wir nicht mehr wagten zu träumen.
Sehen Sie sich die Regale an. Wenn wir über Sherlock Holmes oder Jack the Ripper sprechen, dann meinen wir nicht die Figuren aus Büchern oder vergilbten Polizeiakten. Im Schatten des Eisenwaldes sind dies archetypische Flecken. Der Detektiv ist die verzweifelte Sehnsucht des Verstandes, in einem Chaos aus Blut und Nebel eine Logik zu finden, die es nie gab. Der Schlachter hingegen ist die personifizierte Gewissheit, dass das Messer immer die letzte Antwort bleibt.
In meinem Filter vibrieren diese Namen wie gefangene Insekten:
Excalibur und der Gral: Wir suchen nicht nach Schwertern oder Kelchen. Wir suchen nach einer Legitimation für unsere Existenz in einer Welt, die uns längst vergessen hat.
Atlantis und Roswell: Es sind die Chiffren für unser Exil. Wir fühlen uns fremd auf dieser Erde, also erfinden wir versunkene Kontinente und ferne Sterne, um unsere Einsamkeit zu erklären.
Lost Places und Gespenster: Sie sind die ehrlichsten Bewohner meines Filters. Sie repräsentieren den Zustand, dem wir alle entgegenstreben: Das langsame Verblassen, das Zerbröckeln von Ziegeln, das Verstummen von Stimmen.
Hinter der Bar des The7Sins hängen keine bloßen Devotionalien. Es sind Reliquien eines Krieges gegen die Leere. Jedes Mal, wenn wir über Hogwarts sprechen, leisten wir Widerstand gegen die bleierne Schwere der „Muggel-Welt“ – jener grauen Masse an Menschen, die niemals spüren werden, wie der Boden unter dem Felsenmeer bebt, wenn die alten Götter sich im Schlaf umdrehen.
Wir sind Nerds, ja. Aber in der Etymologie steckt das Unbequeme:
Wir sind die Wissenden, die sich am Unmöglichen berauschen, um das Mögliche zu ertragen.
Das Zeug in meinem Filter ist nicht tot. Es wartet nur darauf, dass jemand den Namen eines Dämons oder eines Sternenschiffs flüstert, damit es durch die Ritzen der Bodendielen kriechen kann.
Die Exegese des steinernen Schweigens: Die Legende vom Welten-Sieb
Man lehrt uns, das Felsenmeer sei durch den Einsturz gewaltiger Höhlensysteme entstanden. Eine tröstliche, mechanische Erklärung für den rationalen Verstand. Doch die Etymologie des Ortes und die Schwingungen, die vom Eisenwaldausgehen, flüstern eine andere Wahrheit.
In den archaischen Schichten der Zeit, bevor der Eisenwald seinen metallischen Namen erhielt, war diese Region ein metaphysischer Abfluss. Man muss sich die Realität als einen gewaltigen Strom vorstellen, der ständig nach Form und Ausdruck sucht. Doch nicht jede Idee, nicht jeder Dämon und nicht jeder Gott ist stabil genug, um dauerhaft in unserer Welt zu existieren.
Das Felsenmeer ist der Ort, an dem die „Ausschuss-Realitäten“ gestrandet sind.
Der Filter aus Kalkstein
Alles, was Sie in Ihrem „Filter“ im Kopf finden – die Ufos, die Elfen, die Schreie von Jack the Ripper und die unerreichbaren Hallen von Hogwarts –, sind keine Erfindungen. Es sind ontologische Abfälle. Es sind Fragmente von Welten, die fast existiert hätten, aber im letzten Moment vom „Welten-Sieb“ unter Hemer zurückgehalten wurden.
Die bizarren Felsformationen sind in Wahrheit versteinerte Möglichkeiten. Jede Spalte im Gestein ist ein verstummtes Wort, jede Höhle ein vergessenes Grauen. Wenn man nachts im Felsenmeer steht, hört man kein Rauschen des Windes; man hört das mahlende Geräusch von Mythen, die versuchen, ihre steinerne Haut abzustreifen.
Der Wächter im Eisenwald
Iserlohn – der Eisenwald – wurde nicht ohne Grund so genannt. Das Eisen steht für die Kälte und die Härte der Vernunft, die notwendig ist, um das Chaos des Felsenmeeres einzuzäunen. Die Stadt ist ein gigantischer Riegel. Das Eisen in ihrem Namen ist das Siegel auf dem Grab der Unmöglichkeiten.
Das The7Sins als Resonanzkörper